Homestory
Thursday
26.01.
10:00

Homestory - Von Apostelklopfer bis Zwiebelfisch

Das Stadtmuseum war lange Zeit Verlagshaus und Druckereigebäude. 2019 erfuhr dieser Teil der Hausgeschichte seine besondere Würdigung in Form einer eigenen Dauerausstellung auf 90 Quadratmetern im 1. Obergeschoss des ehemaligen, 1914/15 errichteten Druckereigebäudes. Die Ausstellung heißt "homestory". "homestory" bezeichnet in der Journalistensprache den Hausbesuch bei Stars. In unserm Fall ist die besuchte Diva eine ehemalige Druckerei – das Stadtmuseum Halle. 

Die Ausstellung gliedert sich in fünf Bereiche: 

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Das Stadtmuseum war lange Zeit Verlagshaus und Druckereigebäude. 2019 erfuhr dieser Teil der Hausgeschichte seine besondere Würdigung in Form einer eigenen Dauerausstellung auf 90 Quadratmetern im 1. Obergeschoss des ehemaligen, 1914/15 errichteten Druckereigebäudes. Die Ausstellung heißt "homestory". "homestory" bezeichnet in der Journalistensprache den Hausbesuch bei Stars. In unserm Fall ist die besuchte Diva eine ehemalige Druckerei – das Stadtmuseum Halle. 

Die Ausstellung gliedert sich in fünf Bereiche: 

Materielle Basis : Druckereimaschinen
Die ursprüngliche Ausstattung des Druckhauses wird durch eine original erhaltene Stellwand, eine Heidelberger Tiegelpresse aus dem Jahre 1930, einen vermauerter Schmelztiegel, eine Deckenlampe sowie eine Spindelpresse präsentiert. Fotos, die kurz nach dessen Inbetriebnahme um 1917 aufgenommen wurden, vermitteln einen Eindruck von den Produktionsabläufen und dem ursprünglichem Aussehen des Betriebes. 

Filigranes Herzstück: A-Z Hausregister
In unmittelbarer Nähe der Tiegelpresse ist mit einem Hausregister in Form eines überdimensionierten Bücherregals das filigrane Herzstück der Ausstellung installiert. 
Worte aus der Druckersprache und Fakten aus der Hausgeschichte werden von A bis Z so merkwürdig wie liebevoll in Szene gesetzt. Das oft zwei- oder dreifach besetzte Stichwortverzeichnis reicht von „Affenstall“ für Meisterbude und „Apostelklopfer“ für den Buchbinderhammer über „Diamant“ als kleinste Schriftgröße zu „Druckerei der Werktätigen“.

Intellektuelle Basis: Die Verlegerfamilie Johann Justinus Gebauer
Eine Papierschneidemaschine aus dem 19. Jahrhundert leitet über zum menschlichen Herzstück. Mit der Schneidemaschine wurden ca. 100 Jahre nach Gebauers Tod die Buchblöcke seiner Biografie geschnitten. Die Darstellung des Stammbaums der Familien Gebauer und Schwetschke verdeutlicht deren nachhaltige Bedeutung für die Geschicke des Hauses. 

Schön geprägt in die Welt hinaus: Verlagstätigkeit und Editionsgeschichte
Das eine ist es, Seiten zu bedrucken, das andere, für Bücher eine schöne „Verpackung“ herzustellen: Wir präsentieren daher eine Prägepresse, mit der einst Bucheinbände gestaltet wurden. Ein original bestückter Setzkasten öffnet den Bereich zu Druckerzeugnissen. Klischees, ihre Abdrucke, Vordrucke und Prachteinbände lassen die Vielfalt der hier entstandenen Druckerzeugnisse erahnen. 
Eine aufwendig gestaltete Grafik spiegelt die umfangreiche und europaweite Korrespondenz, die allein für die hallesche Ausgabe der Allgemeinen Welthistorie im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts notwendig war, wieder. 

Perspektiven: Dialog zwischen gestern und heute
Den Abschluss der Ausstellung bildet ein Filmdialog zu Perspektiven des "Mediums Buch". Unsere Geschichte: Anfang 2019 trafen sich in dem Gasthof "Goldene Rose" eine junge Handynutzerin unserer Zeit und der Druckereibesitzer und Verlagsinhaber Johann Jakob Gebauer aus dem 18. Jahrhundert. Trotz des Altersunterschieds von immerhin rund 250 Jahren entwickelte sich ein kurzweiliges Gespräch über das Lesen und Veröffentlichen. 

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