Wednesday
10.04.
18:00

Navigating Strangeness

  • Kostenfrei

In der die Reihe ABC abschließenden Ausstellung Navigating Strangeness wird in der Burg Galerie im Volkspark vom 11. April bis 26. Mai 2024 die Wahrnehmung und Konstruktion des Phänomens F für Fremd(-) auf verschiedenen Ebenen untersucht. Im Begriffsumfeld von Fremd stehen Varianten wie Fremdsein, Fremdwahrnehmung, Fremdkörper, Fremdzuschreibung oder Entfremdung. Aus verschiedenen Perspektiven stellen die Ausstellenden Bezüge zu dem Fremden oder der Fremde her, dem oder der wir alltäglich begegnen.Weiterlesen

In der die Reihe ABC abschließenden Ausstellung Navigating Strangeness wird in der Burg Galerie im Volkspark vom 11. April bis 26. Mai 2024 die Wahrnehmung und Konstruktion des Phänomens F für Fremd(-) auf verschiedenen Ebenen untersucht. Im Begriffsumfeld von Fremd stehen Varianten wie Fremdsein, Fremdwahrnehmung, Fremdkörper, Fremdzuschreibung oder Entfremdung. Aus verschiedenen Perspektiven stellen die Ausstellenden Bezüge zu dem Fremden oder der Fremde her, dem oder der wir alltäglich begegnen. Das Unbekannte kann am eigenen Körper beginnen und Fragen nach dessen Zuschreibung, nach Zugehörigkeit und Ausgrenzungsmechanismen hervorrufen. Doch auch im vermeintlich vertrauten Zuhause ist man nicht immer sicher vor dem Sich-fremd-fühlen, umso mehr, wenn das Zuhause durch Flucht und Krieg verloren wird. Fremdheit in den zwischenmenschlichen Beziehungen wird von den Studierenden genauso untersucht wie die imaginierten oder tatsächlichen Entdeckungen auf Reisen in fremde Länder oder die Erkundung der nur vermeintlich bekannten Umgebung.
Zum fünften und letzten Mal hat die Burg Galerie im Volkspark innerhalb der Ausstellungsreihe
ABC mit F für Fremd(-) einen Open Call für Studierende ausgeschrieben. Ziel der eingereichten künstlerischen Arbeiten ist es, sich fachbereichsübergreifend intensiv mit dem Thema und seiner Aktualität aus der Perspektive von Kunst, Design und Gesellschaft auseinanderzusetzen. Als Gegenbild zur Distanznahme gegenüber dem Fremden schafft die Inszenierung der aktuellen Ausstellung Räume der Annäherung, des Nachdenkens, Zuhörens und des Gespräches. Denn das Fremde bleibt nur fremd, bis wir uns damit vertraut machen.

Dieser Prozess des Kennenlernens beginnt bei Johanna Koepe direkt während des künstlerischen Arbeitsprozesses. Sie arbeitet mit Schrenzpapier, einem Recyclingmaterial, das für Verpackungen verwendet wird. Der Formprozess eröffnet der Künstlerin Momente, die überraschen: Woher kommt die Form? War sie schon in ihr angelegt oder ist sie etwas Neues? Etwas, was ihr selbst nicht bekannt war? Später, mit größerem Abstand, begegnet die Künstlerin ihrer großformatigen plastischen Arbeit wie einem Wesen aus einer anderen Welt.
Ruth Pietschmann hingegen hat sich mit dem textilen Muster der Camouflage auseinandergesetzt. Wie kann ein solches Muster des Verfremdens, einst als Tarnung für den Krieg entwickelt, im Kontext der Mode reflektiert werden? Pietschmanns Ausgangspunkt ist seine Wirkungsweise: Eine Uniform in Tarnfarben soll das Gefühl vermitteln, durch scheinbare Verschmelzung mit der Umgebung unsichtbar zu werden. Jedoch wird Camouflage nicht nur im Krieg angewendet, die Grenzen zum Frieden sind durchlässig geworden. Durch die überzeichnete Silhouette verbindet ihr Entwurf Fremdheit und Entfremdung zugleich.
Louisa Pieper wiederum zeigt Bilder aus ihrem Werkzyklus Hearing Antagonists, in dem sie das Thema Behinderung aus persönlicher Erfahrung behandelt. Menschen mit Behinderung sind in ihrem Leben damit konfrontiert, dass andere darüber entscheiden, was notwendig und angemessen für ihre Integration ist. Aus der Fremdwahrnehmung kann jedoch resultieren, dass einfache Probleme nicht erkannt werden. In der Serie setzt die Künstlerin solche Alltagsobjekte malerisch in Szene, die Hörgeräte beeinflussen oder zerstören können, wie Wasserpistolen oder ein Föhn. Die Störverursacher entfalten ein ungeahntes Eigenleben – mittels intensiver Farbigkeit und geformt durch einen heftigen Pinselduktus.

Ausstellende:
Luise von Cossart, Hannah Eckinger, Lore Elstermann, Vanessa Hartmann, Mattis Heilscher, Nina Hopf, Inseok Hwang, Luca Japkinas, Annika Kausch & Wiebke Lendewig, Hyesun Kim, David Kind, Julia Klenovsky, Johanna Koepe, Johann Kogge, Samuel Kok in Zusammenarbeit mit Jens Schabbach, Mingren Li, Leon Meschede & Seoyeon Ha, Louisa Pieper, Ruth Pietschmann, Kai Ruhland, Josefine T. Schmidt, Gesa Wagner, Joanna Zvonar

Gastkünstler: Raisan Hameed (Leipzig)

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet.

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