Wednesday
11.03.
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Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt

Eine Ausstellung des Berliner Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“, ergänzt durch "Spuren in Halle" vom Stadtmuseum Halle

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Eine Ausstellung des Berliner Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“, ergänzt durch "Spuren in Halle" vom Stadtmuseum Halle

Über die Ausstellung
Bekanntheit besitzt Reinhard Heydrich heute vor allem als Vorsitzender der „Wannsee-Konferenz” vom 20. Januar 1942, bei der in Berlin hochrangige Vertreter von Ministerien, Parteidienststellen und Besatzungsbehörden organisatorische Fragen bei der Umsetzung der „Endlösung der Judenfrage“ besprachen. Weniger bekannt ist Heydrichs Werdegang. Der Beginn seiner nationalsozialistischen Karriere ist auf 1931 zu datieren, als er mit Eintritt in die SS und NSDAP vom Reichsführer-SS Heinrich Himmler in München mit dem Aufbau eines Nachrichtendiensts beauftragt wurde. Nach der Machtübernahme stieg er unter Himmler zum wichtigsten Mann im Überwachungs- und Verfolgungsapparat von SS und Polizei auf. Im Zweiten Weltkrieg war Heydrich der Chef des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) und beanspruchte in dieser Funktion die führende Rolle bei der Organisation des Holocaust. Im September 1941 wurde er zusätzlich zum „Stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren“ ernannt und ging gegen den Widerstand im deutsch besetzten Teil der Tschechoslowakei rigoros vor. Ende Mai 1942 wurde in Prag ein Attentat auf ihn verübt, an dessen Folgen er starb. Das NS-Regime feierte ihn fortan als „Märtyrer“ und rächte seinen Tod brutal.

Wie gelang es Reinhard Heydrich, in der NS-Zeit Karriere zu machen? Was hatte ihn in seinen frühen Jahren geprägt? Wie kam er mit der NSDAP und der SS in Kontakt? Welche Rolle hatte er beim Ausbau des Sicherheitsdiensts der SS (SD) und des nationalsozialistischen Polizeiapparats, die schließlich in großen Teilen Europas Terror und Gewalt ausübten? Wie ist Heydrich als Täter einzuordnen? Und schließlich: Wie wurde Heydrich nach seinem Tod und wie wird er bis heute rezipiert? – Diesen Fragen geht die Ausstellung „Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt“ nach.

Umfassend dokumentiert wird dabei Heydrichs Schlüsselrolle im Gefüge der immer radikaler werdenden nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Thematisiert werden auch Bilder und Vorstellungen von seiner Person, die ihren Ursprung in der nationalsozialistischen Propaganda haben, nach 1945 fortgeschrieben oder umgedeutet wurden und teils bis heute wirkmächtig sind.

Die Ausstellung folgt einem biografischen Ansatz, geht jedoch darüber hinaus: Mit der Karriere Heydrichs wird zugleich die Entwicklung und Funktionsweise des NS-Terrorapparats als Ganzes deutlich gemacht, den er mitprägte. Thematisiert wird unter anderem, in welchem Gefüge Heydrich agierte, welche Netzwerke er aufbaute und welche Personalpolitik er betrieb. Auch weitere Täter werden thematisch, zum Teil mit Kurzbiografien, in die Gesamterzählung integriert.

Die Verbrechenskomplexe, für die Heydrich Verantwortung trug, stehen im Zentrum der Ausstellung. Einen Schwerpunkt bildet die Rolle Heydrichs bei der Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und Europa, aber auch bislang weniger beachtete Aspekte werden exemplarisch thematisiert.

Neben dem Blick auf die Täter verleiht die Ausstellung immer wieder auch Opfern der Verfolgungs- und Mordpolitik ein Gesicht, deren Geschichte anhand exemplarischer Biografien erzählt wird.

Gliederung der Ausstellung
Die Ausstellung gliedert sich in sechs Kapitel und zwei Exkurse. Im Mittelpunkt stehen vier Hauptkapitel. Im ersten Kapitel werden Herkunft und Prägungen Reinhard Heydrichs untersucht.

Die Hauptkapitel 2 bis 5 zeigen Heydrichs berufliche Anfänge bei der SS, seinen Aufstieg im Terrorapparat nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, seine Rolle als Chef des Reichssicherheitshauptamts im Zweiten Weltkrieg und seine Funktion als „Stellvertretender Reichsprotektor in Böhmen und Mähren“.

Eingeleitet werden die Hauptkapitel jeweils mit einem animierten Erklärfilm, der mittels grafischer Elemente den Aufstieg und die Position Heydrichs in Verbindung mit der organisatorischen Entwicklung der NS-Terrorinstitutionen veranschaulicht. Das sechste Kapitel wirft schließlich Schlaglichter auf die Rezeption von Heydrich nach seinem Tod und bis in die aktuelle Zeit.

Die beiden Exkurse, die bewusst die chronologische Struktur durchbrechen, thematisieren Heydrich und seine Familie als Profiteure seiner mit den Verbrechen verbundenen Karriere sowie Heydrichs Selbstverständnis und die Inszenierung seiner Person als vorbildhafter Nationalsozialist durch das NS-Regime.

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