Spuren in Halle. Zum Forschen und Mitmachen.

Im Fokus der Werkstattausstellung „Spuren in Halle. Zum Forschen und Mitmachen“ stehen drei Themeninseln, die den lokalen Blick auf Heydrich, die NS-Zeit und die Erinnerungskultur öffnen und vertiefen:

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Im Fokus der Werkstattausstellung „Spuren in Halle. Zum Forschen und Mitmachen“ stehen drei Themeninseln, die den lokalen Blick auf Heydrich, die NS-Zeit und die Erinnerungskultur öffnen und vertiefen:

  • Heydrichs Jugend in Halle – Seine Familie, der Antisemitismus und die Revolution.
  • Nationalsozialismus vor Ort – Alltag, Widerstand, Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung, Zwangsarbeit, Euthanasie.
  • Erinnerungskultur – Zwischen Verdrängung, Auseinandersetzung und Neubewertung: Attentat auf Heydrich/ Lidice und Prague Fatale.

Die Themeninseln vermitteln, dass nationalsozialistische Gewalt nicht nur in den „Zentren“ verhandelt wurde, sondern direkt in städtischen Lebenswelten wirkte. Geschichten aus Halle eröffnen neue Perspektiven, regen zur eigenen Spurensuche an und fragen: Wie wurde Heydrich möglich – und welche Brüche, Warnungen und Gefährdungen lassen sich daraus für die Gegenwart ableiten? 

Objekte und ihre Geschichten 
Originaldokumente, persönliche Aufzeichnungen, Alltagsgegenstände und Fotografien veranschaulichen, wie Menschen in Halle den Nationalsozialismus erlebten und welche Entscheidungen sie trafen. Zahlreiche Exponate sind erstmals zu sehen. Diese Quellen machen sichtbar, wie Heydrichs Karriere mit den Mechanismen nationalsozialistischer Gewalt verflochten war und wie sich diese bis in den Alltag seiner Geburtsstadt einschrieben. Gleichzeitig zeigen sie mögliche Lücken der Forschung auf. Sie machen die fehlenden Puzzleteile der Stadtgeschichte sichtbar und decken auf, wo aktuelle Fragen weitergedacht werden müssen.

Forschen und Mitmachen
Mit der Werkstattausstellung „Spuren in Halle“ öffnet das Stadtmuseum gezielt einen Raum zum Forschen und Mitmachen. Besucherinnen und Besucher – und insbesondere Jugendliche, Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende – sind eingeladen, historische Spuren zu entdecken, Perspektiven zu vergleichen und Fragen zu stellen. Wie entstehen Feindbilder? Warum folgen Menschen einer Ideologie – und wann handeln sie dagegen? Was können wir aus den Lebensgeschichten dieser Zeit für unser eigenes Handeln lernen?

Warum jetzt?
Die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus ist von anhaltender und überregionaler Relevanz für die aktuellen und zukünftigen Generationen. Es gibt nur noch wenige Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Junge Menschen sind die zukünftigen Träger und Trägerinnen von Erinnerungskultur. Ein kritisches Erinnern und die Beantwortung der Frage wie dies zu gestalten sei, ist von immenser Bedeutung für unsere Gesellschaft. Die Frage nach den Bedingungen politischer Gewalt, nach dem Zusammenspiel von individuellen Karrieren und Systemstrukturen ist von ungebrochener Aktualität.

Die Werkstattausstellung „Spuren in Halle. Zum Forschen und Mitmachen“ legt offen, wie demokratische Ordnungen unter Druck geraten können – und was Gesellschaften stärkt, um autoritären Tendenzen entgegenzutreten. Sie setzt Schlaglichter, arbeitet hallesche Identität auf und versteht sich explizit als Auftakt für eine vertiefende Ausstellung zum Thema Nationalsozialismus in Halle. Zudem leistet sie historische Bildungsarbeit außerhalb der gängigen ‚Lehrräume‘. „Spuren in Halle. Zum Forschen und Mitmachen“ ist ein wertvoller und wichtiger Beitrag, insbesondere, aber nicht nur für die Stadt Halle. Sie ist ein Appell an die Gegenwart: Nie zu vergessen, niemals zu schweigen.

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