Alexander Suckel im Gespräch mit Jens Bisky
Nie wieder ist jetzt
“… und lässt mit Schrecken erkennen, wie sehr die Ideale der Demokratie, Wahrheit, Freiheit, Gerechtigkeit zu leeren Worten geworden sind” (Thomas Mann, 1948)
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“… und lässt mit Schrecken erkennen, wie sehr die Ideale der Demokratie, Wahrheit, Freiheit, Gerechtigkeit zu leeren Worten geworden sind” (Thomas Mann, 1948)
Thomas Mann war nicht unbedingt dafür bekannt, sich politisch eindeutig zu positionieren – bis die NSDAP bei den Reichstagswahlen im September 1930 mit knapp 20 Prozent der Stimmen zweitstärkste Kraft wurde. Einen Monat später hielt er seine mutige Ansprache als »Appell an die Vernunft«, in der Hoffnung, dass sich alles doch noch zum Guten wenden ließe. Der Lübecker Nobelpreisträger ist davon überzeugt, dass er mit seinen Worten Menschen zum Umdenken bringen kann. Er will sie mobilisieren.
In Appellen, Vorträgen, Rundfunkansprachen und offenen Briefen wird er nicht müde, vor den Gefahren des Nationalsozialismus zu warnen und zum Widerstand aufzurufen.
Jens Bisky hat Manns vielbeachtete “Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Vernunft” in seinem Nachwort zur Neuausgabe zeithistorisch eingeordnet. Er stellt heraus, in welcher Situation Mann sprach, wie auf die Ansprache reagiert wurde, und zieht Parallelen zu Bürgerlichkeit und Vernunft heute.
Es liest der Schauspieler Peter Schneider
Weniger lesennur am 03.09.2026