Thursday
13.06.
19:57

Premiere: Sesam

Till Eulenspiegel, der listig-derbe Anarchist aus dem alten deutschen Volksbuch, und ihm verwandte Narren und Trickster aus Asien stehen im Zentrum dieser Inszenierung mit Figuren, Masken und Live-Musik. Angesichts von gesellschaftlichen Spaltungen, internationalen Konflikten und Nachwirkungen der Pandemie, sozialer Ungleichheit und politischer Radikalisierung ist die Figur des furchtlosen Provokateurs, der schonungslos Wahrheiten aufdeckt, ungemein reizvoll.Weiterlesen

Till Eulenspiegel, der listig-derbe Anarchist aus dem alten deutschen Volksbuch, und ihm verwandte Narren und Trickster aus Asien stehen im Zentrum dieser Inszenierung mit Figuren, Masken und Live-Musik. Angesichts von gesellschaftlichen Spaltungen, internationalen Konflikten und Nachwirkungen der Pandemie, sozialer Ungleichheit und politischer Radikalisierung ist die Figur des furchtlosen Provokateurs, der schonungslos Wahrheiten aufdeckt, ungemein reizvoll. Arm und Reich, Bauern und Könige, Handwerker und Priester werden von Till gleichermaßen hinters Licht geführt, ihre Schwächen werden aufgedeckt oder sie werden vom fahrenden Straßenkünstler einfach mit Gaukelei verwirrt.

Rückübersetzt heißt Till oder Til Sesam, wer also die Sanskrit-Schrift im Titel oben lesen kann, liest Til, also Sesam. Ein Korn, das schon vor tausenden von Jahren in Indien angebaut wurde und besonders kostbar ist für die Ölgewinnung. Sesam spielt eine Rolle bei Hindu-Festen und -Bräuchen und wird als Synonym verwendet für eine Winzigkeit, ein Kleinwenig, ein Quentchen.

Aus einer flüchtigen Begegnung von Surendranath mit Wilde & Vogel bei einem Figurentheater-Festival entstand der Wunsch, gemeinsam eine Inszenierung zu erarbeiten, nach Jahren der internationalen Isolation während der Pandemie die Möglichkeit, sich unterstützt durch das Goethe-Institut erstmals im indischen Bengaluru zu treffen. Nun stürzen sich die Akteur*innen auf und vor der Bühne in ein gemeinsames Abenteuer, immer entlang an Sprachverwirrung, unterschiedlichen kulturellen Prägungen, verschiedenen Generationen und einer Fülle von Geschichten, die entscheidende Frage klar vor Augen: Was sagt der Narr dazu?

Ranga Shankara Bengaluru/Indien in Koproduktion mit Westflügel Leipzig

Ranga Shankara

Ranga Shankara, ein Theaterraum, ein Produktionshaus, wird von The Sanket Trust, einer 2004 gegründeten gemeinnützigen Organisation, betrieben. Ranga Shankara in Bengaluru ist eine der wenigen Einrichtungen in Indien, die sich vollständig dem Theater widmen. Ranga Shankara hat sich zum Ziel gesetzt, mit seiner Theaterkunst das kulturelle Gefüge Indiens zu bereichern und möglichst viele Menschen aller Schichten zu erreichen. In den letzten 18 Jahren hat es sich seiner Philosophie „eine Vorstellung pro Tag“ verschrieben und der Stadt ein gesundes Festmahl aus lokalem und internationalem Theater beschert, das die Sinne weckt und erfreut.

Ranga Shankara hat eine Reihe von internationalen Kooperationen, sowohl bei der Produktion von Stücken als auch bei der Vermittlung von Kenntnissen durch Workshops über Theater und verwandte Künste. Ein 15-tägiger Workshop ‚No Such Thing-Playwriting for Young Audience‘ mit Lutz Hübner und Mike Kenny; eine Produktion von ‚Fish Tree Moon‘ mit Südkorea; eine Puppen- Workshop-Produktion mit Gertrude Tröbinger aus Österreich; eine indisch-deutsch-schweizerische Produktion von Squirrel’s Birthday, ein Szenenbild-Workshop mit der Alliance Francaise unter der Leitung von Jean Guy Lecat sind nur einige Beispiele. Seit 2005 arbeitet Ranga Shankara über das Goethe Institut kontinuierlich mit Deutschland zusammen, u.a. durch den Wanderlust-Fonds, der bis heute zu hervorragenden Kooperationen zwischen Ranga Shankara und Deutschland geführt hat. Ranga Shankaras Inszenierung von Boy With a Suitcase (Mike Kennys Stück unter der Regie von Andrea Gronemeyer vom Nationaltheater Schnawwl, Mannheim, mit einem deutsch-indischen Ensemble) ist eine der wichtigsten Kooperationen, die bereits mehr als 120 Aufführungen in der ganzen Welt umfasst

Wilde & Vogel

Das Figurentheater Wilde & Vogel 1997 gründeten die Musikerin Charlotte Wilde und der Figurenspieler und -bauer Michael Vogel (Absolvent des Studiengangs Figurentheater Stuttgart) ihre Compagnie, zunächst in Stuttgart, seit 2003 in Leipzig, wo Wilde & Vogel den Westflügel als Internationales Zentrum für Figurentheater mitbegründeten. Mit Gastspielen in über 30 verschiedenen Ländern in Europa, Afrika, Amerika und Asien sowie auf zahlreichen Festivals zählen Wilde & Vogel zu den renommiertesten Ensembles im Bereich Figurentheater.

Figurenspiel und Live-Musik sind die künstlerischen Mittel des Theaters von Wilde & Vogel. Themen und dramatische Vorlagen der Inszenierungen sind vielfältig, immer jedoch werden sie hinterfragt in Bezug auf die ihnen adäquaten Ausdrucksmittel und auf das Wesentliche reduziert, um schließlich dem Publikum eigene Assoziationsspielräume jenseits des Sichtbaren zu ermöglichen. Neben klassischen dramatischen Stoffen und Bearbeitungen von Romanen, musikalischen Vorlagen oder Lyrik gibt es eine Reihe von Inszenierungen, die aus eigenen Konzeptionen entstanden. Die Zusammenarbeit mit Regisseur*innen und Kolleg*innen aus den Bereichen Schau- und Figurenspiel, Musik oder Tanz ist für Wilde & Vogel dabei essentiell und es entstehen häufig internationale Produktionen. Premierenort und Koproduzent der eigenen Projekte ist seit 2007 der Westflügel Leipzig, Partner und Koproduzent ist seit 1997 regelmässig das FITZ Stuttgart.

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